Neobiota: Burgenlands neue Mitbewohner (Teil VII) – das drüsige Springkraut

Wir sind aus der Sommerpause zurück! Unsere Serie über Burgenlands eingeschleppte Pflanzen- und Tierarten geht in die nächste Runde: diesmal stellen wir das drüsige Springkraut vor.

Namenstechnisch hat das drüsige Springkraut im Vergleich zur Goldrute, die wir im letzten Artikel der Serie vorgestellt haben, eindeutig die Nase vorn. Doch auch sonst verbindet die zwei ganz schön viel: denn das Springrkaut ist so wie die Goldrute sehr insektenfreundlich, blüht toll und relativ spät und lässt an ihrem Standort keine Konkurrenz zu.

Ursprünglich aus Indien – nun im Burgenland.

Wie auch die anderen neuen burgenländischen Mitbewohner, die wir bis jetzt vorgestellt hatten, wurde das Springkraut bewusst nach Europa gebracht. Nach Nordamerika und Japan ist diesmal Indien dran. Denn das ist die ursprüngliche Heimat des Springkrauts, im 19. Jahrhundert brachte man es aber als Zierpflanze nach Europa. Der ökologischen Folgen war man sich damals freilich (wie auch heute oftmals) nicht bewusst. Das Springkraut gilt ebenfalls als invasiv. Dort wo es einmal Fuß gefasst hat, lässt es keine anderen Pflanzen mehr zu.

Schnell, schneller, Springkraut.

Die Taktik, die das Springkraut beim Verdrängen da anlegt ist phänomenal und doch so einfach: Einfach schneller wachsen als alles andere in der Umgebung. Im Springkrautfall sprechen wir von einigen Zentimetern pro Tag. Das geht freilich nur bei ausreichender Wasserversorgung, weshalb die Pflanze vorwiegend entlang von (verbauten) Gewässerläufen und Auwäldern vorkommt.

 

Ein kleiner Größenvergleich: Ausreichend mit Wasser versorgt, wird eine Pflanze gut über 2 m hoch.

Was tun gegen den indischen Einwanderer?

Das vorhergehende Bild zeigt sehr schön, warum man gegen die Springkrautinvasion faktisch machtlos ist, vor allem wenn man die falsche Bekämpfungsmethode wählt: Abmähen bringt nicht viel, da das Springrkaut, ähnlich wie die anderen Neophyten, die wir bis jetzt vorgestellt haben, einfach aus dem untersten oder einem Knoten mit Bodenkontakt wieder auswächst und innerhalb kürzester Zeit blüht und Samen bildet. Dabei wäre es ja einfach: Ähnlich wie Goldrute und Ragweed ist das Springkraut eine einjährige Pflanze: das bedeutet, wenn man das Individuum ausreißt, ist man es los. Vorausgesetzt freilich man erwischt das allererste am Standort. Meistens jedoch finden sich Samen mehrerer Generationen an einem Standort, was die Bekämpfung zur Sisyphosaufgbae werden lässt.

Falls man doch zur Bekämpfung ausrückt, sollte man die Pflanzen so lagern, dass sie nicht mehr anwurzeln können.

Nutzung.

Wenn schon die Bekämpfung aussichtslos ist, dann lassen sich erfreulicherweise Teile der Pflanze vorzüglich nutzen. Die Blätter des Springkrauts kann man als Brechmittel verwenden, aus den Blüten lässt sich Sirup oder pinkes Gelee zubereiten. Die Samen kann man ebenfalls essen, sie schmecken eher nussig und sind sehr gut.

Die Blüten sind ein echter Augenschmaus.

Zum Schluss haben wir noch ein kleines Video (Quelle: Wikipedia) für euch, das am besten erklärt, wie das Springkraut zu seinem Namen gekommen ist…

 

 

Hier geht es zu den anderen Teilen der Serie

Teil I

Teil II

Teil III

Teil IV

Teil V

Teil VI

 

Wie geht es euch mit dem Springkraut? Schon eine gesichtet an Bach, Wald oder Wiese? Teilt uns eure Erfahrungen in den Kommentaren mit!

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