Die Flüsse des Burgenlandes Teil V – Die Raab

Weiter geht’s mit unserer Serie über die Flüsse des Burgenlandes. Von nun an stellen wir einzelne Flüsse vor und beginnen mit der sogar in der burgenländischen Landeshymne besungenen Raab.

Machen wir mal einen kurzen Rückblick: Wir haben uns mit der 4-dimensionalen Wirkweise unserer Flüsse beschäftigt, die Flusseinzugsgebiete im Burgenland beschrieben und über die menschlichen Einflüsse sinniert. Als letzten Teil unserer Serie in diesem Jahr schreiben wir über die getätigten Anstrengungen im Burgenland, unsere Flüsse wieder in einen ökologisch „guten Zustand“ zu bringen. Nun gehen wir in medias res wie der Lateiner sagen würde und stellen den ersten Fluss vor.

Die Raab – die doch nicht blaue Lebensader

Woher unsere Flüsse ihren Namen haben und wieso die Raab ausgerechnet Raab heißt, ist eine äußerst spannende Frage. Der Name Raab leitet sich wohl vom spätantiken arrabo ab, was so viel wie braun bedeutet. Demnach ist Raab als „braunes oder schmutziges“ Wasser zu verstehen. Im Vergleich dazu leitet sich der Name Lafnitz beispielsweise vom keltischen albantia (albos = weiß) ab. In der Tat, die Raab ist den Großteil des Jahres über eher braun, bedingt durch die Feinsedimente in ihrem Einzugsgebiet.

Bei Hochwasser wird die Raab ihrem Namen gerecht.

Von der Teichalm bis nach Györ

Die Raab entspringt wie die meisten burgenländischen Flüsse in unseren östlichen Nachbarbundesländern, in dem Fall im Bereich der Teichalm in der Steiermark. Nordwestlich von Weiz durchfließt die Raab die nach ihr benannte Klamm, die längste Klamm Österreichs.

In der Raabklamm ist das Wasser noch nicht braun.

Durch die Ossteiermark bis nach Jennersdorf ist die Raab stark reguliert und in ihrem Lauf eingeschränkt. Ab Neumarkt an der Raab entwickelt sich ein naturnaher Flusslauf mit den typischen Mäandern, der sich in Ungarn frei entwickeln kann. In Györ (zu deutsch Raab) mündet die Raab dann nach 250 km in einen Seitenarm der Donau. Der lateinische Name von Györ, Arrabona, erinnert an die Namensherkunft der Raab. Insgesamt entwässert die Raab ein Gebiet von rund 10.000 km². Das bedeutet, dass mehr oder weniger praktisch alle Bäche aus der Oststeiermark und dem Südburgenland in der Raab münden.  

Naturbelassen und wild: Die Raab im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet.

Die Raab hats nicht immer leicht

In die Schlagzeilen schaffte es die Raab durch die verstärkte Schaumbildung in Folge der Abwassereinleitungen der drei Lederfabriken auf österreichischer Seite im Jahr 2007. Das führte sogar dazu, dass in Ungarn zum Boykott von österreichischem Bier aufgerufen wurde, weil dieses genauso schäumt wie die Raab. Man einigte sich schließlich auf einen Aktionsplan

Idyllisch, sofern die Raab schaumfrei ist…

2010 wurde die Raab im Unterlauf in Folge des Kolontar-Dammbruchs mit ätzendem Rotschlamm verunreinigt. Der Dammbruch gilt bis heute als eine der größten Umweltkatastrophen in Ungarn.

Es gibt jedoch auch positive Nachrichten im burgenländischen Abschnitt: Wie wir in unserem letzten Artikel schon berichteten, wurden mittlerweile Millionen (!) in Sanierungsmaßnahmen an der Raab gesteckt. Wir dürfen also vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken…

Hier noch die Links zu den anderen Artikeln der Serie

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

🗨 Kommentare ( 0 )