Die Geschichte vom Korbflechten: Ein Selbstversuch

Nun war es endlich so weit und wir haben uns im Korbflechten geübt. Unser Fazit: in der Praxis braucht man Geduld und etwas Geschick. Am Ende hat man aber ein schönes Körberl.

Korbflechten

In einem früheren Artikel haben wir das Korbflechten als wohl älteste Kulturtechnik bepriesen, seit der Sesshaftwerdung des Menschen. In der Tat, es ist entspannend, ein (klein)gesellschaftliches Ereignis, wo man nicht mehr braucht als Geduld, Konzentration und ein paar Weidenzweige, die in der Regel eh in unserem Naturgarten, oder zumindest am Rand davon wachsen.

 

Zusammenkommen ist das Wichtigste

Denn kein Mensch flechtet gern allein. Es ist ein ur-burgenländisches Ereignis, bei dem man um den Tisch herumsitzt und dischgariert (ähnlich vielleicht wie beim Federschleißeln). Wir Sautanzblogger haben es nun auch geschafft einen Termin zu finden und von morgens bis abends gemeinsam am Körberl zu sitzen:

Der Weg zum geflochtenen Körberl ist ein weiter

Die Sortierung der Weidenzweige ist mindestens so aufwändig wie das Flechten selber und sollte am Vortag erfolgen. Je nach Größe des Körberls oder Verwendungszeck braucht man unterschiedlich starke und lange frische (oder gut gewässerte) Zweige, die möglichst gerade gewachsen sind und keine Astgabelungen haben.

Korbflechten

Alte Korbweiden: Der Traum eines jeden Flechters.

Begonnen wird mit insgesamt sechs in etwa gleich langen (20 cm) und dicken (0,5-1 cm) geraden Weidenzweigen. Mit einem Taschenmesser werden drei davon mittig gespalten und die restlichen drei in diese Spaltöffnung hineingesteckt, sodass ein Kreuz entsteht. Das Kreuz bildet das Grundgerüst für den Korbboden. Nun beginnt man konzentrisch von innen nach außen mit dünneren Weidenästen den Boden zu flechten.

Das Kreuz ist das Grundgerüst für den Korbboden.

Fertig ist der Boden (Flechtfaule können hier schon aufhören und das fertige Produkt als Servierteller verwenden).

Um das Kreuz herum , genauer gesagt entsteht in weitere Folge eine Sonne, werden dünnere Äste geflechtet.

Links und rechts an jedem Ende eines Kreuzasterls werden nun die zuvor angespitzten Staken gesteckt, sie bilden das Gerüst der Korbwand. Die Staken werden vertikal nach oben geknickt und an Ihrem Ende zusammengebunden.

Jetzt sieht der entstehende Korb schon etwas nach Korb aus.

Zwischen die Staken steckt man dünnere Weidenäste und flechtet nun die Korbwand. Nach dem Motto: 3 vorn, 2 hint; oder 2 vorn, 1 hint, kann man der Korbwand ein unterschiedliches Flechtmuster verpassen.

Der Korb wächst in die Höhe.

Hat man sein Körberl in die gewünschte Höhe geflochten, bindet man die Staken wieder auseinander, knickt sie horizontal entlang des Korbes und flechtet sie als Korbrand ein.

Den oberen Abschluss bildet der Korbrand aus den vertikalen Staken.

Damit das Körberl stabil am Boden steht, haben wir noch einen Bodenring eingeflochten. Dazu werden links und rechts der Wandstaken wieder angespitzte Staken gesteckt. Analog zum oberen Rand des Körberls werden diese wieder in die Horizontale geknickt und als unteren Rand eingeflochten.

Der Bodenring verstärkt den Korb zusätzlich.

Fertig ist das Körberl. Man sollte es in jedem Fall 4 bis 6 Wochen an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren, dass es nicht zu schnell trocknet und somit spröde wird.

Korbflechten

Das Tageswerk ist geschafft. Für dieses Exemplar haben wir noch ganz zum Schluss einen Henkel eingeflochten.

Probiert das Flechten einmal aus! Aller Anfang ist zwar schwer, aber man kann hier nichts falsch machen, ist man doch seines eigenen Körberls Flechter 😉 !!

Für Tipps, Anregungen und Kommentaren sind wir dankbar!

 

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