Es wird Frühling: über unsere Amphibien und ihre Laichzeit

Passend zur Jahreszeit beschäftigen wir uns mit den Amphibien, die im März und April bei milden Temperaturen und Regen aus ihren Winterquartieren oft kilometerweit zum Laichgewässer wandern, um für Nachwuchs zu sorgen.

von Franz Lex

Landauf und landab warnen die Tafeln „Amphibienwanderung“ Autofahrer vor Straßenabschnitten, wo Kröten, Frösche und Salamander die Fahrbahn überqueren, damit sie die Geschwindigkeit deutlich reduzieren, da Amphibien durch den Luftdruck sterben können. 

Es gibt verschiedene Fortpflanzungszeiten und -methoden

  • Grasfrösche machen sich oft schon Ende Februar (über Schnee) zum Ablaichen auf den Weg.
  • Grünfrösche laichen erst ab April/Mai ab.
  • Unken und Laubfrösche legen ihre Eier nicht alle auf einmal ab, sondern über einen längeren Zeitraum von April bis in den Sommer (Juli) hinein verteilt in mehreren kleinen Portionen.
  • 30 bis ca. 60 junge Feuersalamander schlüpfen im Laib der Mutter aus dotterreichen Eiern und werden nach 8-9 Monaten als voll entwickelte Larven mit vier Beinen und Kiemen im Wasser von langsam fließenden Bächen geboren (ovovivipar), die sich nach 3-4 Monaten zu lungenatmenden schwarz-gelben Landtieren verwandeln, wobei die Kiemen sich bis zum Ende der Metamorphose zurückbilden.

Prall gefüllt mit Larven ist das Feuersalamanderweibchen am Weg zum Laichgewässer.

  • Molche wickeln von März bis Mai in Teichen oder langsam fließenden Gewässern zum Schutz vor Fressfeinden bis zu 600 Eier einzeln mit den Hinterbeinen in Blätter von Wasserpflanzen sorgfältig ein.

Ein Bergmolchweibchen beim Verpacken eines Eies in einem Blattstück mit den Hinterbeinen

Mitten im Laich

 

  • Kröten legen ihre Eier in einigen Meter langen Laichschnüren ab, die tausende Eier enthalten, wie Saatbänder bzw. Perlenketten ausschauen und unter Wasser um Wasserpflanzen und Äste gewickelt werden, um ein Absinken in den sauerstoffarmen Schlamm zu verhindern.

Erdkrötenpärchen auf dem Weg zum Ablaichen. Rechts im Bild sind lange und mit Algen „getarnte“ Laichschnüre zu sehen.

Kaulquappen und Larven

Kaulquappen sind die Larven von Froschlurchen (Frösche, Kröten, Unken), die mit einem Schwanz zum Schwimmen und Kiemen ausgestattet sich von pflanzlicher Nahrung und eventuell Aas ernähren und nach 3-4 Monaten über Zwischenstadien eine vollständige Metamorphose zum landlebenden Lurch mit Vorder- und Hinterbeinen durchlaufen, wobei sich Kiemen und Schwanz zurückbilden und die Atmung auf Lungen und die Ernährung von pflanzlicher zu tierischer Nahrung (Insekten, Würmer und Schnecken) umgestellt werden. Nur die Larven der Froschlurche werden Kaulquappen genannt!

Kaulquappen weiden die Algen von den Pflanzen ab.

 

Larven der Schwanzlurche (Molche, Salamander) sind Fleischfresser mit Kiemen und Schwanz. Im Laufe der Metamorphose entwickeln sich die Beine und Lungen, verschwinden die Kiemen und der Schwanz bleibt erhalten.

Ein seltener Alpenkammmolch in unserem Garten.

Alle Amphibienarten sind streng geschützt

Amphibien, sind durch Verlust von Lebensräumen, intensive Landwirtschaft, Einsatz von Spritzmitteln und Straßenverkehr die am stärksten bedrohte Tiergruppe.

Wasserfrosch mit Brautgeschenk!

Zaun/Kübel-Methode: Die größte Artenschutzaktion des Burgenlandes

Jährlich werden im Burgenland durch eine Kooperation aus gewerblichen Dienstleistern (Maschinenring Burgenland-Süd), öffentlichen Stellen (Straßenmeistereien, entlang von Landes- und Bundesstraßen), Vereinen (Naturschutzbund Burgenland, Naturschutzvereine, Verein der Naturschutzorgane) und engagierte Personen entlang der Straßen an 33 Amphibienlaichgewässern etwa 24 km Schutzzäune errichtet und Fangkübel eingegraben.

Ein eingegrabener Kübel nahe am Zaun mit kleinen Löchern, damit Wasser nach Regenfällen versickern kann abrinnt, und einem Holzstück als Ausstieghilfe für Mäuse, Eidechsen, Insekten und Spinnen.

Über 140 ehrenamtliche Helfer, Naturschutzvereinsmitglieder und Naturschutzorgane, von denen einige auch beim Aufbau der Zäune vor Ort sind, und Bedienstete der Straßenmeistereien (von Montag bis Freitag) sind täglich im Einsatz, um die Amphibien aus den Fangkübeln zu holen, entlang der Schutzzäune aufzusammeln, zu zählen (ca. 44.400 Amphibien im Vorjahr) und in Kübeln über die Straße ins Laichgewässer zu bringen.

„Laichzeit ist (leider) Leichzeit“.

Rückwanderzäune bei Straßendurchlässen

Da die Amphibien nach dem Ablaichen wieder in ihr angestammtes Revier zurückwandern, während andere noch zuwandern, fallen viele dem Straßenverkehr zum Opfer, weshalb bei vorhandenen Straßendurchlässen (für Zubringer von Bächen) Rückwanderzäune aufgestellt werden.

Der u-hakerlförmig aufgestellte Rückwanderzaun leitet die die Amphibien direkt zum Durchlass. Im Hintergrund der Zuwanderzaun mit Kübeln direkt an der Straße.

Ohne Rückwanderzaun müssten die Amphibien über die gefahrvolle Straße wandern und würden beim Zuwanderzaun als unüberwindbares Hindernis anstehen.

Einfache Aktionen im Hausgarten locken nicht nur Amphibien, sondern auch Insekten an, die neben Würmern und Nacktschnecken deren Hauptnahrung bilden, und bieten wertvolle Lebensräume, ideale Tagesverstecke und Winterquartiere.

  • Mit dem Schnittgut der Obstbäume Totholzhecken
  • Laub unter Bäumen, Sträuchern und Hecken einfach liegen lassen.
  • Heimische Stauden und Sträucher setzen.
  • Steinhaufen anlegen.
  • Beendigung des Rasenrobotereinsatzes ab der Dämmerung bis in die Morgenstunden, da dieses Gerät alle in dieser Zeit aktiven Tiere tötet (Blindschleichen, Kröten, Frösche, Molche, Feuersalamander, Igel, Laufkäfer, Nachtschmetterlinge etc.). Optimal wäre die komplette Entfernung des Rasenroboters aus dem Garten, da auch tagsüber viele Tiere unterwegs sind und vernichtet werden!
  • Gras und Kräuter höher wachsen lassen und nur ein- oder zweimal im Jahr ab Juli nach dem Aussamen in Teilabschnitten mit der Sense mähen. Einen überwiegenden Teil der Vegetation bis zur nächsten Mahd im Juli stehen lassen, damit Insekten und Spinnen darin überwintern können.
  • „Wilde“ Ecken entwickeln lassen. Flächen mit Bäumen, Sträuchern und einer üppigen Vegetation sind in der heißen Jahreszeit um einige Grade kühler als kahl geschorene Rasenflächen!
  • Kein Einsatz von Spritzmittel und Schneckenkorn.
  • Eine Wasserstelle anlegen: Ein Teich wäre der pure Luxus!

 

Wir haben die ausgediente Sandmuschel unserer Enkelkinder zu Wassermuscheln als Laichgewässer an einem halbschattigen Platz neben einem Apfelbaum für Unken umfunktioniert. Die abgenommenen Grasnarbenstücke können zwischengelagert und später zum Abdecken des fertig angesetzten Komposthaufens verwendet werden. Die ausgehobene Erde wird kompostiert. Die in die flache Mulde eingesetzte Muschel wird mit Wasser gefüllt und in der Mitte mit einer Insel bestückt, die aus einem mit einigen Grasnarbenstücken beschwerten, stärkeren Ast besteht und eine teilweise Verlandung ermöglicht.

„Unsere“ Unken nahmen unser Angebot sofort an.

Der Springfrosch ist in den Morgenstunden in unserem Garten zum Sonnenbad auf einen dünnen Ast in Bodennähe geklettert.

Laubfrosch in unserer Weinhecke: Diese Winzlinge haben das lauteste Organ unter den Amphibien.

 

 

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